Montag, 9. März 2015

Grundlagen des Patchworkens - Teil 2 - nähen eines Babyquilts

Ich hoffe Ihr hattet Spaß am ersten Teil der Grundlagen. Heute wollen wir endlich mit dem Nähen anfangen.


Als erstes solltet Ihr etwas über die Fadenspannung wissen. Immer wenn man zwei Stofflagen zusammen näht, soll sich die Schlinge (Verbindung) von Ober und Unterfaden zwischen den zwei Stofflagen treffen, sodass man den Oberfanden nicht auf der Rückseite und den Unterfaden nicht auf der Vorderseite sieht. Da Stoffe aber unterschiedlich dick sind, kann die Fadenspannung variieren. Jede Nähmaschine hat ein Rädchen zur regulierung der Oberfadenspannung, wo eures ist, schaut Ihr am besten in Eurer Nähanleitung. Dieses Rädchen hat eine Normalstellung (N), in dieser sollte alles wunderbar sein. Wenn jedoch bei Normalstellung trotzdem kleine Knötchen oder gar Schlingen auf der Rückseite erscheinen, müßt Ihr die Fadenspannung reduzieren (-). Wenn anders herum Knötchen oder Schlingen auf der Vorderseite erscheinen, müßt Ihr die Fadenspannung erhöhen (+).


Wenn das alles nichts hilft, dann nehmt mal eure Spulenkapsel aus der Maschine, nehmt den Faden in die Hand, schaut das die Spule nicht raus rutscht und zieht vorsichtig in kleinen ruckartigen bewegungen (ähnlich wie beim Jojo spielen) an dem Faden. Wenn er bei jeder Bewegung ein wenig nach unten rutscht ist das ok.


Falls er jedoch schon auf der Tischplatte angekommen ist, bevor ihr überhaupt Jojo Bewegungen machen konntet, dann dreht mit dem Schraubenzieher mal an der kleinen Schraube nach rechts, somit wird die Fadenspannung fester. Dann nochmal kurz prüfen ob das mit der Jojo Bewegung nun klappt und wieder ab in die Maschine.
Die Regulierung der Unterfadenspannung sollte man aber nicht täglich machen, denn normalerweise ist diese in Ordnung. Wenn es öfter als 1-2 mal im Jahr vor kommt, dass Ihr die Unterfadenspannung regulieren müßt, dann schaut mal bei Eurem Nähmaschinenhändler des Vertrauens nach einer neuen Spulenkapsel. :-)

 Gleich kanns los gehen mit dem Nähen, aber vorher muß bei einigen Maschinen noch der Unterfaden nach oben geholt werden. Dafür haltet Ihr Euren Oberfaden, der in der Nadel Steck leicht fest und dreht an dem Rad, welches die Nadel bewegt so lange, bis sie einmal ganz unten war und wieder ganz oben angekommen ist. Die Nadel ist ganz ober wieder angekommen, wenn der Greifer (oben im Bild) seine höchste Position erreicht hat. Diese Position sollte die Nadel auch immer haben wenn Ihr aufhört zu nähen, bzw. anfangen wollt zu nähen. Wenn Ihr also den Unterfaden nach oben geholt habt, könnt Ihr mit der Schere oder mit einem kleinen Lineal den Unterfaden unter dem Nähfüßchen hervor holen. Jetzt so ca. 5 cm Ober-, wie Unterfaden herraus ziehen.


Ihr beginnt mit dem Nähen nach Plan. Legt Euch die Stoffstapel 1 - 6 sortiert vor Euch hin und näht Sie nach Plan von gestern zusammen. Wir nähen die erste Reihe 1-2-3-4-5-6 zusammen. Hierfür legt Ihr Stoff 1 und 2 rechts auf rechts unter den Nähfuß.


Fangt nicht ganz an der Kante an zu nähen, sonst könnte sich der Stoff in den Spulenkasten ziehen. Beginnt ca. 1 cm von der Kante entfernt. Näht zwei drei Stiche und näht dann nochmal zurück (jetzt bis zur Kante) und wieder vor. Somit habt Ihr die Naht auch gleich vernäht, wenngleich das beim Patchwork nicht immer üblich ist, doch ich empfehle es zu vernähen. (Am Anfang wie am Ende :-))


Näht nun alle sechs waagerechten Reihen nach Plan fertig.



Jetzt bügelt Ihr die Reihen. Bei einer Reihe werden alle Nahtzugaben nach rechts umgebügelt, bei der nächsten Reiche werden alle Nahtzugaben nach links umgebügel. Die hat den Vorteil, wenn Ihr die Reihen dann senkrecht zusammen näht, könnt Ihr das Zusammentreffen der Nähte schöner erfühlen. Man meint fasst die Nähte rutschen aneinander. :-)


Wenn die Nähte schön aneinader gerutscht sind, könnt Ihr die Stecknadel senkrecht darauf stecken, damit alles da bleibt wo es sein soll. Beim Nähen müßt Ihr die Stecknadel dann auch nicht entfernen, denn die Nadel hüpft über senkrechte Stecknadeln einfach darüber. :-)


Nach dem zusammen nähen der Reihen, ist das Mittelteil fast fertig. :-) Es muß nur noch mal unter das Bügeleisen. Hier einfach alle Nahtzugaben in eine Richtung umbügeln. (Man kann aber auch so verrückt sein wie ich, dann bügelt Ihr die Nahtzugaben auseinander. :-) Hier bekommt Ihr dann ein ordentlicheres Ergebnis. :-) Ist aber im Patchwork eigentlich nicht üblich. :-))


 Frisch gebügelt bekommt unser Mittelteil jetzt seinen Rand. Hierfür die Randstreifen zuerst rechts und links annähen. Dann die Webkannte und den restlichen Streifen abschneiden und oben und unten annähen. Hier bei unserem Quilt hat mein Rand für oben und unten in der Länge (110 cm)  nicht mehr ganz gereicht. Ich hab ihn einfach mit den Resten von den rechten und linken Streifen verlängert.


FERTIG!!!

Ich wünsch Euch einen schönen Abend und wenn Ihr Lust habe, dann gehts übermogen ans Quilten und die Einfassung.

Liebe Grüße
Eure Christine

Ps.: Für Fragen... info@quiltvilla.de

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